Maschinenbau in Berlin

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Nach Strukturwandel hohe internationale Ausrichtung: Ein Porträt

Die Berliner Industrie hat seit den 1990er-Jahren einen erheblichen Strukturwandel erfahren. Heute ist sie wieder gut aufgestellt, innovativ und international wettbewerbsfähig. Sie ist kurz gesagt der Motor für die Zukunftsthemen in der Region: für Gesundheitswirtschaft, Mobilität und Energietechnik, Optik/Mikrosystemtechnik und Elektromobilität. Zudem zählen die Unternehmen zu den weltweit führenden für die Herstellung und den Service von Gasgeneratoren sowie von Turbomaschinen zur Energieerzeugung.

 

Kernbranche

Auch der klein- und mittelständisch geprägte Maschinen- und Anlagenbau ist fest in der Bundeshauptstadt verwurzelt. Als eine der Kernbranchen und wichtiger Arbeitgeber hat er in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, dass die Berliner Industrie wieder wächst.

Im Jahr 2020 musste der Maschinenbau allerdings einen tiefen Einschnitt verkraften. Umsatz, Auslandsgeschäft und Beschäftigung gingen deutlich zurück. Maßgeblich dafür waren die Restriktionen infolge der Coronavirus-Pandemie.

 

Beschäftigung

In den 34 Betrieben mit mindestens 50 Beschäftigten arbeiteten 2020 durchschnittlich 7.846 Menschen. Das waren 14,2 Prozent beziehungsweise etwa 1.300 Beschäftigte weniger als 2019. Eine ähnlich niedrige Zahl wies die Statistik zuletzt 2011 aus.

 

Gesamtumsatz

Die Unternehmen erwirtschafteten 2020 einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro – ein Minus von 11,2 Prozent beziehungsweise 230 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Damit rutschte der Gesamtumsatz erstmals seit 2015 wieder unter die Marke von 2 Milliarden Euro.

 

Auslandsgeschäft

Insbesondere die fehlende Auslandsnachfrage verhagelte das Geschäft. Zwar stehen die Produkte und Dienstleistungen bei ausländischen Kunden grundsätzlich hoch im Kurs. Doch die Auswirkungen des Coronavirus (darunter Grenzschließungen, Reise- und Quarantäneregelungen, unterbrochene Lieferketten, rückläufige Kundeninvestitionen, Mitarbeiterausfall) setzten den Betrieben stark zu. Die Pandemie verstärkte dabei den Druck auf die Firmen, die bereits Herausforderungen wie die abkühlende Weltkonjunktur und die globalen Handelskon­flikte meistern müssen.

Die Folge: Der Auslandsumsatz fiel 2020 um 13,9 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro – das waren etwa 200 Millionen Euro weniger als im soliden Jahr 2019. Da die innerdeutschen Bestellungen nur leicht nachgaben, sank die Exportquote des Berliner Maschinenbaus um 2 Prozent auf 67 Prozent.

Im ostdeutschen Branchenvergleich war Berlin viele Jahre  d i e  Export-Hochburg. Mittlerweile hat Mecklenburg-Vorpommern aufgeschlossen und Berlin nach 2019 bereits zum zweiten Mal überflügelt (Auslandsanteil Mecklenburg-Vorpommern etwa 70 Prozent). Dennoch verkauften die Unternehmen nahezu sieben von zehn Produkten ins Ausland.

 

Stärken der Unternehmen

Die Branche lebt von gestandenen Unternehmen sowie Start-ups mit hoher Leistungsfähigkeit, Technologiekompetenz, Innovationskraft und Kundenorientierung. Ein besonderes Kennzeichen ist der große Anteil von Zulieferunternehmen mit engen Beziehungen zur Informations- und Kommunikationstechnik, Mess- und Regeltechnik und Medizintechnik. Diese und die Teilbranchen Hebezeuge und Fördermittel sowie Pumpen und Kompressoren sind strukturbestimmend für den Maschinenbau in Berlin.

 

Industrie und Forschung Hand in Hand

Getragen wird die Entwicklung der Berliner Industrie auch von der traditionsreichen Technikerausbildung sowie der Universitäts- und Forschungslandschaft mit ihren hoch qualitativen und bedarfsgerechten Ausbildungs- und Studienangeboten. Durch Kooperationen können die Unternehmen zudem die schlagkräftigen Potenziale der Forschungseinrichtungen für zukunftsfähige Innovationen nutzen.

 

Details der wirtschaftlichen Entwicklung des Berliner Maschinenbaus 2020

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