Maschinenbau in Mecklenburg-Vorpommern

VDMA Ost

Wachsender Industriezweig: Ein Porträt

Der Maschinen- und Anlagenbau in Mecklenburg-Vorpommern ist ein aufstrebender Industriezweig. Dies belegen die stetig wachsenden Umsatz- und Beschäftigtenzahlen.

 

Gesamtumsatz

Seit dem politischen Umbruch 1990 hat der Gesamtumsatz einen gewaltigen Sprung gemacht. 1991 erwirtschafteten die Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern weniger als 350 Millionen Euro – 2009 überwanden sie erstmals die Marke von 1 Milliarde Euro – 2015 gelang die nächste Premiere, der Schritt über die Grenze von 2 Milliarden Euro.

Im Jahr 2020 verkauften die Betriebe Waren im Wert von rund 2,28 Milliarden Euro. Damit trotzten sie auf besondere Weise der Coronavirus-Pandemie: Während die Branche in allen anderen ostdeutschen Bundesländern deutliche Einbußen hinnehmen musste, verzeichneten die Maschinen- und Anlagenbauer aus Mecklenburg-Vorpommern ein Plus von 4,8 Prozent beziehungsweise 104 Millionen Euro gegenüber 2019. Zu beachten ist allerdings auch ein Sondereffekt: Die Statistik wies 2020 drei Betriebe mehr aus als ein Jahr zuvor.

 

Auslandsgeschäft

Entscheidend für das Umsatzplus war das erfolgreiche Auslandsgeschäft. 2020 erzielten die Maschinenbau-Betriebe der Region einen Auslandsumsatz von 1,67 Milliarden Euro. Das ist im Vergleich zu 2019 ein Zuwachs von 10,4 Prozent oder 158 Millionen Euro – und der zweithöchste Wert aller Zeiten. Dabei profitierte das Land von Großaufträgen einzelner Betriebe.

Da die Inlandsnachfrage deutlich schrumpfte (minus 8 Prozent auf etwa 600 Millionen Euro), kletterte die Exportquote auf bisher unerreichte 73,6 Prozent. Damit gingen fast drei Viertel aller Bestellungen ins Ausland.

 

Beschäftigung

Die Unternehmen haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich neue Mitarbeiter eingestellt. Ein Meilenstein war beispielsweise 2006, als der Bann von 3.000 Beschäftigten gebrochen wurde. 2013 erfasste die amtliche Statistik zum ersten Mal mehr als 5.000 Mitarbeiter. 2020 arbeiteten nun bereits zum dritten Mal in Folge mehr als 6.000 Menschen in der Branche.

Dabei zeigte die Beschäftigungskurve im Jahr 2020 weiter nach oben. Die Entwicklung wurde zwar durch den statistischen Effekt von mehr erfassten Betrieben begünstigt, allein darauf lässt sich der Aufwärtstrend jedoch nicht zurückführen. In den 34 Betrieben mit mindestens 50 Beschäftigten arbeiteten 2020 im Jahresdurchschnitt 6.557 Frauen und Männer – ein Plus von 5,3 Prozent beziehungsweise zirka 330 Mitarbeitern gegenüber dem Vorjahr. Mehr Menschen fanden zuletzt Anfang der 1990er-Jahre ihre berufliche Heimat in der Branche.

 

Stärken der Unternehmen

Hinter dem Erfolg stehen mittelständische Unternehmen, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich ihre Kompetenzen erweitert, sich auf Zukunftsbranchen wie erneuerbare Energien, Biotechnologie, Mikrosystem- und Medizintechnik fokussiert und sich international etabliert haben.

Eng verbunden ist der Maschinen- und Anlagenbau mit der Entwicklung in den traditionellen Bereichen Landwirtschaft, Schiffsbau und Hydraulik. Strukturbestimmend für den Maschinenbau in Mecklenburg-Vorpommern sind daher die maritime Wirtschaft inklusive Ausrüstung, Windenergie, Fördertechnik, Komponenten und Dienstleistungen sowie der Präzisionsmaschi­nenbau.

Großes Potenzial besteht auch im Bau von Maschinen und Anlagen für die Ernähungsindustrie, darunter für die Verarbeitung von Fisch und landwirtschaftlichen Produkten, sowie für die Bereiche Automobilzulieferung, Umwelt und Energie. So erwarten die Werften und damit die Maschinenbauer neue Absatzmärkte mit Blick auf die rasant wachsenden Offshore-Windparks an Europas Küsten, da hierfür spezielle Schiffe benötigt werden. Ebenso gewinnt die Luft- und Raumfahrt an Bedeutung.

 

Details der wirtschaftlichen Entwicklung des Maschinenbaus in Mecklenburg-Vorpommern 2020

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