Maschinenbau in Sachsen

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Wiege des Maschinenbaus mit Spitzentechnologien: Ein Porträt

Tradition und Innovation – regionale Verbundenheit und Weltoffenheit: Das ist der sächsische Maschinen- und Anlagenbau.

Sachsen gilt als die Wiege des Maschinenbaus. Bereits Anfang des 18. Jahrhunderts wurden hier die ersten Textil-, Werkzeug- und Druckmaschinen gefertigt. Und auch 200 Jahre später sind diese klassischen Branchen noch in der Region zu Hause. Heute ist der mittelständisch geprägte Maschinen- und Anlagenbau einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Freistaats.

 

Gesamtumsatz

Zwischen 2016 und 2019 kannte die wirtschaftliche Entwicklung des sächsischen Maschinen- und Anlagenbaus nur eine Richtung: nach oben. So erzielten die Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern im Jahr 2019 einen neuen Umsatzrekord von 8,3 Milliarden Euro – erst im Vorjahr hatten sie zum ersten Mal überhaupt die 8-Milliarden-Marke geknackt.

Doch der kontinuierliche Wachstumskurs wurde 2020 abrupt gestoppt. Der Gesamtumsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozentpunkte auf 6,7 Milliarden Euro – das waren 1,6 Milliarden Euro weniger. Insbesondere die Folgen des Coronavirus (darunter Grenzschließungen, Reise- und Quarantäneregelungen, unterbrochene Lieferketten, rückläufige Kundeninvestitionen, Mitarbeiterausfall) setzten den Unternehmen zu. Die Pandemie ver­stärkte dabei den Druck auf die Firmen, die bereits Herausforderungen wie die abkühlende Weltkonjunktur, die globalen Handelskonflikte und den Strukturwandel in Autoindustrie sowie Energiesektor meistern müssen.

Nach wie vor erwirtschaften die sächsischen Maschinenbau-Betriebe den höchsten Umsatz im ostdeutschen Vergleich. Allerdings ging der Anteil 2020 leicht zurück. Er betrug rund 42 Prozent des Branchenumsatzes in Ostdeutschland – 2019 lag er bei 44 Prozent.

 

Auslandsgeschäft

Ausschlaggebend für den spürbaren Umsatzeinbruch war das Auslandsgeschäft der Unternehmen. Der Auslandsumsatz fiel von 4,5 Milliarden Euro (2019) auf knapp 3,3 Milliarden Euro – ein Minus von 28 Prozent.

Das spiegelt sich auch in der Exportquote wider. Die Firmen hatten in den Vorjahren ihren Auslandsanteil am Gesamtumsatz kontinuierlich gesteigert. Im Jahr 2020 rutschte dieser jedoch von zuletzt 54 Prozent (2019) auf nahezu 49 Prozent. Erstmals seit 2015 lag die Exportquote wieder unter der 50-Prozent-Marke.

Die wichtigsten Handelspartner waren China, die USA und Frankreich.

 

Beschäftigung

Die sächsischen Maschinen- und Anlagenbauer hatten seit 2011 ununterbrochen die Zahl ihrer Mitarbeiter aufgestockt. Diese Entwicklung kehrte sich nun um. In den 209 Betrieben mit mindestens 50 Beschäftigten arbeiteten im Jahr 2020 durchschnittlich fast 35.400 Menschen – zirka 1.200 Mitarbeiter weniger als im Vorjahr (minus 3,3 Prozent). Das Beschäfti­gungsniveau ist dennoch hoch und erreicht annähernd den Wert von 2018 mit zirka 35.800 Mitarbeitern.

 

Stärken der Unternehmen

Die Branche lebt dabei von standorttreuen Unternehmen mit hoher Leistungsfähigkeit, Tech­nologiekompetenz, Innovationskraft und Kundenorientierung. Besondere Stärken weisen die Unternehmen dabei nicht nur in der Textil-, Druck- und Werkzeugmaschinenindustrie sowie im Werkzeug- und Formenbau auf – auch Teilbranchen wie Anlagenbau, Antriebstechnik, Fördertechnik und Sondermaschinenbau sind hierzulande fest verankert.

 

Industrie und Forschung Hand in Hand

Der Erfolg der Unternehmen stützt sich auch auf die enge Verzahnung von Industrie, Wissenschaft und Bildung. Mit den Technischen Universitäten und Hochschulen, den Fraunhofer Instituten, dem Helmholtz-Zentrum und weiteren Einrichtungen finden sich am Standort Sachsen erstklassige Adressen für die praxisorientierte Lehre und die industrienahe Forschung.

 

Details der wirtschaftlichen Entwicklung des sächsischen Maschinenbaus 2020

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