Maschinenbau in Sachsen-Anhalt

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Hohes Innovationspotenzial: Ein Porträt

Bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert ist der Maschinenbau in Sachsen-Anhalt beheima­tet. Um 1990 drohte der Fall in die Bedeutungslosigkeit. Doch nach einer schwierigen Phase der Umstrukturierung hat die Branche wieder zu alter Stärke zurückgefunden. In den vergangenen Jahren entwickelte sich das einstige Schwermaschinenbau-Zentrum zu einem Standort für die Hightech-Produktion auf höchstem technischen und technologischen Niveau.

 

Gesamtumsatz

Der Maschinenbau ist nicht nur innovativ, sondern auch eine der Wachstumsbranchen im Land. Bester Beweis dafür: die zwischen 2010 und 2018 stetig gestiegene Umsatzkurve. In diesem Zeitraum legte der Gesamtumsatz um insgesamt 40 Prozent zu. Erst 2019 wurde – auch infolge eines statistischen Sondereffektes – das Vorjahresergebnis leicht verfehlt.

 

Schmerzliche Verluste mussten die Unternehmen indes 2020 verkraften. Die Coronavirus-Pandemie, aber auch der Strukturwandel in Automobilindustrie und Energiesektor haben tiefe Spuren hinterlassen. Die 71 Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern verkauften Maschinen, Anlagen, Komponenten und Services im Gesamtwert von etwa 2,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Minus von 11,6 Prozent beziehungsweise 280 Millionen Euro gegenüber 2019. Letztmals erwirtschafteten die Firmen 2012 einen ähnlich niedrigen Umsatz.

 

Auslandsgeschäft

Der Anker des Maschinen- und Anlagenbaus in der Region ist das Inlandsgeschäft. Doch darauf konnten sich die Unternehmen 2020 nicht verlassen. Aufträge deutscher Kunden spielten reichlich 1,1 Milliarden Euro ein – das waren 18 Prozent oder 247 Millionen Euro weniger als im Vorjahr.

Vergleichsweise moderat waren die Verluste im Auslandsgeschäft. Der Auslandsumsatz sank um 3,2 Prozent beziehungsweise 32 Millionen Euro auf 988 Millionen Euro. Ein Einschnitt war das dennoch: Zuletzt hatte die Branche im Jahr 2012 die Marke von 1 Milliarde Euro unterschritten. Gründe sind die schon lange schwelenden internationalen Konflikte und die Restriktionen infolge der Coronavirus-Pandemie.

Da die Binnennachfrage deutlich stärker zurückging als das Auslandsgeschäft, erhöhte sich die Exportquote gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent auf 46,6 Prozent. 42 Prozent der exportierten Waren gingen in Länder der Europäischen Union. Im ostdeutschen Branchen­vergleich reiht sich das Land hinter Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen auf Platz 4 ein.

 

Beschäftigung

In den 71 Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten arbeiteten im Jahr 2020 im Durchschnitt fast 12.170 Menschen. Damit ging die Mitarbeiterzahl zum zweiten Mal in Folge zurück (2019: knapp 12.860 Beschäftigte – 2018: 13.190 Beschäftigte).

2019 war dies maßgeblich mit einem Sondereffekt verknüpft – die Statistik hatte weniger Betriebe in der Größenordnung erfasst. 2020 ist dies auf die Konjunkturentwicklung zurück­zuführen. Dennoch: Der Langfristtrend im Maschinen- und Anlagenbau von Sachsen-Anhalt ist positiv. 2007 beispielsweise wurde gerade einmal die 10.000er-Grenze übersprungen.

 

Stärken der Unternehmen

Geprägt wird die Erfolgsgeschichte von einem breiten Spektrum an Kompetenzen. Strukturbestimmend sind die Herstellung von Pumpen und Kompressoren, Werkzeugmaschinen, Hebezeugen und Fördermitteln, Anlagen alternativer Energien und Sondermaschinen für hochpräzise Fertigungsprozesse.

 

Industrie und Forschung Hand in Hand

Basis für die bisherige Entwicklung sowie die Lösung der künftigen Herausforderungen ist die vielschichtige, innovative und vor allem maschinenbaunahe Forschungslandschaft. Zum einen halten die auf Ingenieurnachwuchs spezialisierten Universitäten und Hochschulen Sachsen-Anhalts ein umfangreiches Angebot an Maschinenbau-Studiengängen bereit und bilden somit hochqualifizierte Nachwuchskräfte aus. Zum anderen ermöglichen sie durch eine intensive Zusammenarbeit mit der Industrie wettbewerbsfähige Produkt- und Prozessinnovationen.

 

Details der wirtschaftlichen Entwicklung des Maschinenbaus in Sachsen-Anhalt 2020

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