Ostdeutsche Unternehmer bei Bundeswirtschaftsminister Altmaier

VDMA, BMWi Susanne Eriksson

VDMA, IG Metall und Bundeswirtschaftsminister Altmeier haben sich im Branchendialog unter anderem dazu verpflichtet, die ökonomischen Chancen, die sich aus Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz ergeben, zukunftssichernd für den Maschinenbau zu nutzen.

VDMA, IG Metall und das Bundeswirtschaftsministerium haben Mitte Februar 2019 ihren jährlichen Branchendialog fortgesetzt. Auch zwei Unternehmer des ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbaus brachten sich in die Diskussion mit Minister Peter Altmeier ein: Mathis Kuchejda, Geschäftsführender Gesellschafter der Berliner SCHMIDT + HAENSCH GmbH & Co., sowie Ludwig Koehne, Geschäftsführer der Kirow-Gruppe mit Hauptsitz in Leipzig.


Drei Themen im Fokus

Die Teilnehmer erörterten die wesentlichen Herausforderungen für die Zukunft der Branche in Deutschland. Bundeswirtschaftsminister Altmeier ist sich bewusst, dass der "Maschinen- und Anlagenbau … als beschäftigungsstärkste Industriebranche mit seinen innovativen, oft mittelständischen Unternehmen und ihren hochqualifizierten Beschäftigten einen großen Anteil daran (hat), dass Deutschland ein starkes Industrieland ist". Der Maschinen- und Anlagenbau sei gefordert, sich in einem schwierigen internationalen Umfeld zu behaupten und den technologischen Wandel voranzutreiben. Wie die Politik dabei unterstützen kann, sollte der Branchendialog aufzeigen.

In dem Gespräch wurden vor allem drei Aspekte thematisiert:

  • Fachkräfte
  • Strategien für eine erfolgreiche Zukunft mit Blick auf technologische Herausforderungen
  • fairer Handel und offene Märkte

 

VDMA-Präsident Carl Martin Welcker erinnerte in seinem Impulsvortrag die Politik an ihr Versprechen, mithilfe der steuerlichen Forschungsförderung die Innovationsanstrengungen im industriellen Mittelstand zu stimulieren. Ebenfalls forderte er die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung Afa (Absetzung für Abnutzung). "Die Abschreibungszeiträume für digitale Investitionen sind nicht mehr zeitgemäß", sagte er.

Angesichts des wachsenden Protektionismus wurde ebenso eine baldige Modernisierung der WTO angemahnt. Bis dahin müssten bilaterale Abkommen dem Freihandel weltweit neuen Schwung geben.


Ergebnis ist gemeinsame Erklärung

Am Ende des Gesprächs unterzeichneten Altmeier, Welcker und Wolfgang Lemb von der IG Metall eine Erklärung mit gemeinsamen Standpunkten und Zielen. Diese unterstreichen die Bedeutung des industriellen Mittelstands für Deutschland und Europa.

Ein Schwerpunkt ist das Bekenntnis, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. "Als Leitmarkt und damit auch als Leitanbieter für Industrie 4.0 ist der deutsche Maschinen- und Anlagenbau die entscheidende Schlüsselindustrie einer vernetzten Produktionswelt. Die Branche ist Treiber datenbasierter Technologien in allen Zweigen des verarbeitenden Gewerbes", heißt es in der Erklärung. Um die Chancen nutzen zu können, will das Bundeswirtschaftsministerium zügig die Voraussetzungen für digital vernetzte Prozesse schaffen. Mit Blick auf die Interoperabilität künftiger Wertschöpfungsnetzwerke sollten zudem Standardisierungen vorangetrieben werden – so verfolgt der VDMA den offenen Schnittstellenstandard OPC-UA (VDMA-Aktivitäten zu OPC-UA).

Politik, Gewerkschaft und VDMA bekennen sich darüber hinaus zu einem "freien und fairen Welthandel auf der Grundlage klarer, internationaler Regeln".

Als eine zentrale Herausforderung wurde außerdem die Fachkräftefrage aufgenommen. Gemeinsam will man unter anderem das Bild der dualen Ausbildung in der öffentlichen Wahrnehmung verbessern und die vielen positiven Seiten – wie vielfältige Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten – stärker vermitteln. Zudem wollen VDMA und IG Metall ihre Mitglieder noch intensiver beim Wissenstransfer und der Etablierung einer betrieblichen Weiterbildungskultur unterstützen.

Die drei Partner sprechen sich zudem für einen industriepolitischen Rahmen für den Klimaschutz aus. Dabei müssten die Belastungen so organisiert werden, dass die Wertschöpfungsketten in Deutschland und Europa erhalten bleiben und Produktion sowie Investitionen nicht in das klimapolitisch weniger ambitionierte Ausland verlagert werden.

Die gemeinsame Erklärung finden Sie als pdf-Dokument im Download-Bereich.


Ihr Kontakt zum VDMA

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Andreas Rade, Geschäftsführer VDMA-Hauptstadtbüro: Telefon 030 306946-16, E-Mail
Reinhard Pätz, Geschäftsführer VDMA-Landesverband Ost: Telefon 0341 521160-13, E-Mail

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