Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister und VDMA Ost gehen Fachkräftethemen an

VDMA Ost

Beim jüngsten Treffen von Sachsen-Anhalts Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Armin Willingmann und VDMA Ost-Geschäftsführer Reinhard Pätz stand das Thema Fachkräfte im Fokus. Die Diskussion verlief sehr konstruktiv und soll 2018 fortgesetzt werden.

Anfang Dezember 2017 hat sich der VDMA Ost erneut mit Sachsen-Anhalts Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Armin Willingmann ausgetauscht. Das Gespräch in Magdeburg drehte sich um das facettenreiche Thema Fachkräfte.

Eine Umfrage unter den Mitgliedern des VDMA Ost im Sommer 2017 hatte offenbart: Die Lücke bei der Besetzung verfügbarer Lehrstellen wird immer größer. Zudem sind die angehenden Auszubildenden oftmals nicht ausreichend auf die Anforderungen in der betrieblichen Praxis vorbereitet. Ihnen fehlt vor allem anwendbares Grundlagenwissen, insbesondere in Mathematik, Physik und Deutsch.

Landesverbandsgeschäftsführer Reinhard Pätz legte in dem Zusammenhang die dringlichsten Forderungen der Wirtschaft auf den Tisch:

  1. rasch und verstärkt in die schulische Bildung investieren
  2. das Ansehen der Ausbildungsberufe steigern und somit mehr gute Schulabgänger für eine Lehre gewinnen


Nachwuchsstiftung Maschinenbau: Unternehmen und Berufsschulen profitieren

Pätz verwies ebenso auf die Nachwuchsstiftung Maschinenbau, die sich als Partner der beruflichen Bildung sowohl an Unternehmen als auch an Bildungseinrichtungen wendet. Zum Angebot gehören unter anderem Fachkurse, aber auch managementorientierte Workshops zu Themen wie die Ausbildung im Generationenwandel und “Führen und Motivieren im betrieblichen Ausbildungsalltag". Berufsschulen profitieren ebenfalls von zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen sowie von Unterrichtsmaterial. Ergänzend ermöglicht der VDMA Ost Lehrern und Berufsberatern regelmäßig, direkt in Unternehmen Praxisluft zu schnuppern.


Gemeinsame Initiative

Willingmann begrüßte diese Aktivitäten. Zugleich wünschte er sich, dass künftig noch mehr Unternehmen als bisher den Weg in die Schulen finden und den Schülern die vielfältigen Tätigkeiten von Industrieunternehmen nahebringen. Viele Firmen, die diesen Weg gegangen sind, hätten gute Erfahrungen gemacht. Um mehr Unternehmen für das Vorhaben zu gewinnen, sei laut Willingmann auch eine aktivere Unterstützung des VDMA Ost notwendig.

Darüber hinaus ist Willingmann bewusst, dass die Lerninhalte in der Schul- und Berufsausbildung an die neuen Anforderungen im Zuge der Digitalisierung angepasst werden müssen. Er zeigte sich aufgeschlossen für Gespräche mit Industrie und Kammern.

Mit der Digitalisierung eng verbunden ist Pätz zufolge auch das noch junge, bisher aber kaum verbreitete Berufsbild des Produktionstechnologen. Die ausbildenden Unternehmen indes haben mit dem Beruf positive Erfahrungen gemacht. Er eignet sich besonders für die neuen Anforderungen, da das Qualifikationsprofil auf die Prozessautomation ausgerichtet ist. Willingmann signalisierte aufgrund der hohen zukunftsorientierten Bedeutung, dass er als Bindeglied zwischen Kultusministerium, Kammern und dem VDMA wirken könnte.


Defizite in Weiterbildungsstrukturen beheben

Gelingen muss künftig auch, für die Facharbeiter in den Betrieben Weiterbildungsmöglichkeiten mit Bildungsträgern zu organisieren. Hier gibt es derzeit noch große Defizite. Zwar sollen die Hochschulen in Sachsen-Anhalt bereits Weiterbildungsstrukturen aufbauen, so Willingmann. Diese richten sich jedoch an Akademiker. Bei einem weiteren Treffen von Minister und VDMA Ost soll daher diskutiert werden, wie dies auch für Facharbeiter umgesetzt werden kann und wie das Zusammenspiel mit den Bildungsträgern gelingen soll.


Ihr Kontakt zum VDMA Ost

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Reinhard Pätz: Telefon 0341 521160-13, E-Mail