Anteil der Ingenieure im ostdeutschen Maschinenbau höher als in alten Bundesländern

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Der Anteil der Ingenieure an den Belegschaften ist im ostdeutschen Maschinenbau höher als im gesamtdeutschen Maschinenbau. Weitere Besonderheiten: die Quote der Ingenieurinnen sowie das Alter.

Der Anteil der Ingenieure an den Belegschaften des ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbaus ist nach wie vor wesentlich höher als im gesamtdeutschen Maschinenbau. Auch die Quote der Ingenieurinnen liegt weiterhin über dem gesamtdeutschen Wert. Zudem konnte der Trend der Überalterung teilweise gestoppt werden. Das ergab die jüngste Ingenieurerhebung des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

In ostdeutschen Maschinenbau-Unternehmen beträgt die Ingenieurquote 27,8 Prozent – in der gesamten Branche 16,7 Prozent. Die Unterschiede lassen sich auch mehr als 25 Jahre nach der deutschen Einheit noch immer mit der Unternehmensstruktur begründen. "In Ostdeutschland gibt es relativ gesehen viel mehr kleine Betriebe als in anderen Regionen. Je kleiner aber ein Unternehmen, desto größer der Anteil der Ingenieure unter den Mitarbeitern", erklärt Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost. Ein zusätzlicher Effekt, der noch historisch nachwirkt, ist der hohe technische Ausbildungsgrad älterer Generationen.
 

Ostdeutscher Maschinenbau profitiert von gut ausgebildeten Frauen
Eine weitere anhaltende Besonderheit im ostdeutschen Maschinenbau ist der vergleichsweise hohe Frauenanteil unter den Ingenieuren. Zwischen Ostsee und Erzgebirge liegt er bei 12,6 Prozent – im gesamtdeutschen Maschinenbau wurden 8,5 Prozent ermittelt. Allerdings setzte sich in Ostdeutschland die leicht rückläufige Tendenz der Vorjahre fort. 2013 waren noch 15 Prozent der Ingenieure weiblich, 2010 waren es 17 Prozent. In der Gesamtindustrie hingegen stieg der Anteil der im Maschinenbau tätigen weiblichen Ingenieure um 1 Prozent.

"Diese Entwicklung war leider absehbar. Die Betriebe haben in der Vergangenheit davon profitiert, dass in der ehemaligen DDR deutlich mehr Frauen eine technische Ausbildung durchlaufen und anschließend in diesen Berufen gearbeitet haben als im ehemaligen Bundesgebiet", sagt Pätz. "Aufgrund des demografischen Wandels ändern sich nun jedoch die Alters- und Beschäftigtenstrukturen in den Unternehmen. Immer mehr Ingenieurinnen gehen in den Ruhestand, gleichzeitig entscheiden sich aber nach wie vor zu wenige Mädchen für Ingenieurberufe", ergänzt Pätz.
 

Bedarf an Nachwuchsingenieuren steigt weiter
Wie wichtig es ist, generell noch mehr junge Menschen für Technik, Technologien und Naturwissenschaften zu begeistern, verdeutlicht auch der hohe Anteil älterer Ingenieure. In Ostdeutschland wird in den kommenden zehn Jahren ein Fünftel der Ingenieure altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden.

Bereits heute älter als 60 Jahre sind in Ostdeutschland 9,4 Prozent der Ingenieure – im gesamten Maschinen- und Anlagenbau liegt ihr Anteil bei 4 Prozent. "Zahlreiche Unternehmen haben diese Problematik frühzeitig erkannt und mit vielfältigen Werbemaßnahmen immerhin einen Teilerfolg erzielt", freut sich der Geschäftsführer. So ist der Anteil der Ingenieure, die zwischen 56 und 60 Jahre alt sind, im Vergleich zur Vorerhebung um fast 7 Prozent auf 10,5 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Ingenieure zwischen 31 und 45 Jahren erhöhte sich hingegen um reichlich 7 Prozent.

In den kommenden Jahren wird der Bedarf an technisch orientierten Nachwuchskräften weiter steigen. Der VDMA-Erhebung zufolge gehen 40 Prozent der ostdeutschen Unternehmen davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren die Zahl der Ingenieure im ostdeutschen Maschinenbau zunehmen werde. Einstellungsbedarf bestehe dabei vor allem in den Bereichen Forschung/Entwicklung/Konstruktion sowie im Vertrieb.
 

Daten für gesamtdeutschen Maschinenbau

zur VDMA-Ingenieurerhebung

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