VDMA Ost: Mitglieder wählen neuen Vorstand – Sorgenfalten beim Blick auf politische Weltlage

VDMA Ost

Mit der Wahl des neuen Vorstandes haben die Mitglieder des VDMA Ost die Weichen für die kommenden vier Jahre gestellt. Zur Mitgliederversammlung in Leipzig diskutierten sie zudem über den politischen Wandel und seine Folgen für die Industrie.

  • Verband will Unternehmen noch stärker im Wandel begleiten
  • Verheugen wirbt für handlungsfähigere Europäische Union
  • Kontroverse Diskussion um Beziehungen zu USA


Leipzig, 12. Mai 2017 – Die Verbandsmitglieder des VDMA Ost haben turnusmäßig einen neuen Vorstand gewählt – und damit die Weichen für die kommenden vier Jahre gestellt. Während ihrer Mitgliederversammlung am 11. Mai 2017 in Leipzig bestimmten sie 15 Unternehmer der Region, welche ehrenamtlich die Mitglieder und ihre Interessen bis zum Jahr 2020 vertreten sowie die Schwerpunktthemen des Verbandes abstecken.

"Wir haben bereits in den vergangenen Jahren wichtige Themen angestoßen. So wurden Entwicklungen wie die Digitalisierung aufgegriffen, zahlreiche Dienstleistungen für die Mitglieder optimiert und der Dialog mit Vertretern der Landespolitik intensiviert", blickte Klaus Müller, Geschäftsführer der Kranbau Köthen GmbH und bisheriger Vorsitzender, zurück. Bis zur Neuwahl des Vorsitzenden, die satzungsgemäß im Dezember 2017 stattfindet, übernimmt Müller die Funktion des Vorstandsvorsitzenden weiter.


Wandel des Verbandes

Doch die Welt befinde sich Müller zufolge in einem Umbruch – politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Das gehe auch mit immer neuen Herausforderungen einher. "Darauf müssen sich der Verband und der Vorstand einstellen. Wir werden deshalb in der nächsten Legislaturperiode gemeinsam mit der Geschäftsstelle des VDMA Ost die Verbandsaktivitäten noch zielgenauer auf die Erfordernisse der Unternehmen abstimmen. Ich bin sicher, dass davon alle Mitglieder auf ihrem Weg in die Zukunft profitieren", ergänzte Müller.


Europäische Union muss Vertrauenslücke schließen

Der rasante Wandel wirkt sich auch auf die Industrie aus. So müssen sich die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer zunehmend mit politischen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten auseinandersetzen. Zur Mitgliederversammlung diskutierten daher etwa 100 Vertreter aus Wirtschaft und Politik über einschneidende Entwicklungen und ihre Folgen für den ostdeutschen Maschinenbau.

Mit Blick auf die aktuellen nationalen und protektionistischen Tendenzen in Europa warb Günter Verheugen für eine stärkere und handlungsfähigere Europäische Union. "Wenn es die Idee der europäischen Einigung nicht schon gäbe, müsste sie jetzt erfunden werden", sagte der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Kommission. In nationalen Alleingängen ließen sich die Probleme nicht bewältigen. Eine starke EU und ein einiges Europa hätten dagegen das Potenzial, eine globale Rolle als mäßigende und ausgleichende Kraft zu spielen.


Es gibt keine Standardantworten

Verheugen konstatierte zudem eine große Vertrauenslücke zwischen der Europäischen Union und den Bürgern. Daran habe auch der Ausgang der Wahl in Frankreich nichts geändert. "Es müssen die gestörte Balance zwischen nationalen Gestaltungsräumen und Brüsseler Machtansprüchen gerichtet, wirtschaftliche und soziale Ungleichgewichte überwunden und ein belastbarer Umgang mit dem wachsenden Migrationsdruck gefunden werden", forderte der Politiker beispielhaft.

Veränderungsbedarf innerhalb der Europäischen Union sah auch Sylke Tempel. Die Herausgeberin der Zeitschrift "Internationale Politik" betonte jedoch, dass es keine Standardantworten gebe.

Besonders intensiv und kontrovers erörterten die Teilnehmer die wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA. "Die unsichere politische Weltlage und vermehrte protektionistische Tendenzen treiben uns zunehmend Sorgenfalten auf die Stirn", erklärte Holger Zastrow, Landesvorsitzender der FDP Sachsen und selbst Unternehmer.

Der Freihandel sei für die meisten ostdeutschen Maschinenbau-Unternehmen existenziell. Speziell auf die USA bezogen, sei jedoch vieles noch spekulativ. "Wir müssen für freien Handel ohne Zölle kämpfen, aber auch abwarten, welche Vorhaben der US-Präsident Donald Trump tatsächlich umsetzt", fügte Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost, hinzu.

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