Maschinenbau in Ostdeutschland

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Ein Kurzprofil der Branche

In langer Tradition gilt der Maschinen- und Anlagenbau als das Rückgrat der ostdeutschen Industrie und als Motor für die Wirtschaft. Moderne, leistungsstarke Traditionsbetriebe sowie zahlreiche junge, aufstrebende Unternehmen stehen für die industrielle Vielfalt. Ihre Produkte und Dienstleistungen genießen sowohl im Inland als auch weltweit hohes Ansehen. Diese Schlagkraft, gekoppelt mit gut ausgebildeten und motivierten Fachkräften sowie einem dich­ten Netz an ausgezeichneten Hochschulen und Forschungseinrichtungen, ist eine ideale Basis, um die anstehenden Herausforderungen erfolgreich bewältigen zu können.

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Vielfältige zukunftsorientierte Branchenschwerpunkte

Zwischen Ostseeküste und Erzgebirge sind zahlreiche innovative und zukunftsgerichtete Unternehmen zu Hause. Neben Schwerpunktbereichen wie Werkzeug-, Druck- und Verpackungsmaschinen, Hebe- und Fördermittel sowie Werkzeug- und Formenbau ist der Maschinen- und Anlagenbau auch mit Zukunftsbranchen wie der Biotechnologie, erneuerbaren Energien, Mikrosystemtechnik oder Medizintechnik eng verzahnt.

Er ist zudem in klassischen Feldern wie Automobil-, Chemie- und Elektronikindustrie sowie dem Schienenfahrzeugbau ein zuverlässiger Partner als Zulieferer, Entwickler, Ausrüster und Dienstleister. Als Wegbereiter für die energie- und ressourcenschonende Produktion kommt dem Maschinen- und Anlagenbau auch im Hinblick auf nachhaltiges Wirtschaften eine große Bedeutung zu. Ohne ihn sind moderne Technologien zur effizienten Strom- und Wärmeerzeugung aus fossilen und erneuerbaren Energieträgern ebenso wenig denkbar wie Technologien für Wasser- und Luftreinhaltung, Abfallbehandlung und Recycling oder Lösungen für die Elektromobilität sowie zur Verbesserung der Energieeffizienz in Produktionspro­zessen.

Die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus entwickeln darüber hinaus die klassischen Produktbereiche weiter. Die damit verbundenen Produktverbesserungen verknüpfen den ökonomischen Kundennutzen wie geringe Betriebskosten und Benutzerfreundlichkeit mit ökologischen Vorteilen. Im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes ist die Branche schon seit vielen Jahren „grün“ – schon bevor dieser Begriff zum Modewort wurde.


Kontinuierliches Wachstum

Die Branche verzeichnete in den vergangenen Jahren in Ostdeutschland einschließlich Berlin deutliche Zuwachsraten. Im Jahr 2017 kletterte der Umsatz der Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten auf 19 Milliarden Euro – das war der höchste Wert seit dem Strukturwandel Anfang der 1990er-Jahre. Diese Dynamik konnte 2018 infolge der globalen Handelsrisiken und infolge von Sondereffekten in einigen Bundesländern nicht aufrechterhalten werden. Die Betriebe verkauften Produkte und Dienstleistungen im Wert von etwa 18,5 Milliarden Euro – damit lag der Umsatz noch immer deutlich höher als 2016
(17,6 Milliarden Euro).

Die Zahl der Mitarbeiter durchbrach 2014 erstmals seit Mitte der 90er-Jahre wieder die Beschäftigtengrenze von 80.000 – im Jahr 2018 legte sie nochmals kräftig zu und kletterte im Jahresschnitt auf 84.300.

Darüber hinaus weiteten die Betriebe in den vergangenen Jahren ihre Auslandsaktivitäten kontinuierlich aus. Noch zur Jahrtausendwende betrug die Exportquote etwa 35 Prozent – mittlerweile erreicht sie einen Wert von 51 Prozent. Allerdings liegen die ostdeutschen Unternehmen damit noch immer weit hinter dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 79 Prozent zurück.


Herausforderungen und Chancen

Die ostdeutschen Betriebe sind im Durchschnitt deutlich kleiner als jene in den alten Bundes­ländern. Das erschwert den Gang auf fremde Märkte. Herausforderungen und Chancen liegen daher in der gemeinsamen Gestaltung der Wertschöpfungsketten mit Kunden und Zulieferern auch über Landesgrenzen hinweg. Dies gilt auch für gemeinsame Exportaktivi­täten im Ausland.

Eine Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung ist zudem der demografische Wandel. Erste Auswirkungen ließen sich in Ostdeutschland deutlich zeitiger und intensiver als in anderen Regionen beobachten. Zum einen verändert sich derzeit die Altersstruktur in den Betrieben und erhöht so den Altersdurchschnitt. Zum anderen geht die Zahl der Schulabgänger zurück, so dass die Anzahl der gut ausgebildeten Absolventen insgesamt sinkt. Verschärft wird diese Entwicklung durch die nach wie vor bestehende Abwanderung aus Ostdeutschland, die bis­her nur in den Kernregionen gestoppt werden konnte. Außerdem zieht es junge Menschen vorrangig in größere Städte.

Infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs macht sich diese Fachkräftelücke mittlerweile verstärkt bemerkbar. Insbesondere Unternehmen in weniger attraktiven Regionen sowie kleinere Firmen haben vermehrt Schwierigkeiten, zügig freiwerdende oder neue Stellen zu besetzen.

Details der wirtschaftlichen Entwicklung des ostdeutschen Maschinenbaus 2018

Hintergrundinformationen zu den einzelnen Bundesländern

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