Maschinenbau in Thüringen

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Beste Wachstumschancen: Ein Porträt

Thüringen ist ein traditionsreicher Industriestandort mit vielen leistungsfähigen Mittelstandsunternehmen. Zu den Wachstumsfeldern gehört auch der Maschinenbau. Der größte Industriezweig in der sehr heterogenen Branche ist der Werkzeugmaschinen-, Werkzeug- und Formenbau. Auch Hersteller von Sondermaschinen, Verbrennungsmotoren und Turbinen, Bergwerks- und Baumaschinen sowie Zulieferer von Komponenten haben entscheidenden Anteil am Gesamtumsatz der Thüringer Industrie.

 

 

Gesamtumsatz

Die 99 statistisch erfassten Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern verkauften im Jahr 2020 Maschinen, Anlagen, Komponenten und Dienstleistungen im Wert von knapp 2,9 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Rekordjahr 2019 ist das ein Minus von 13,1 Prozent oder 430 Millionen Euro. Im Langfristvergleich bedeutet das Ergebnis dennoch den dritt­besten Wert seit dem politischen Umbruch 1990.

Im ostdeutschen Branchenranking rangiert der Thüringer Maschinenbau weiter an zweiter Stelle – hinter Spitzenreiter Sachsen (6,31 Milliarden Euro) und vor Mecklenburg-Vorpommern (2,28 Milliarden Euro).

 

Auslandsgeschäft

Herbe Umsatzverluste registrierten die Betriebe 2020 sowohl im Inlands- als auch im Auslandsgeschäft. Der Auslandsabsatz sackte um 13,8 Prozent auf knapp 1,28 Milliarden Euro ab – der Umsatz aus Inlandsaufträgen fiel um 12,5 Prozent auf zirka 1,6 Milliarden Euro. Damit blieb die Exportquote im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant. Der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz betrug 44,7 Prozent. Die Hälfte aller Waren ging in Länder der Europäischen Union.

Die Exportquote der Thüringer Maschinen- und Anlagenbauer ist die zweitniedrigste im ostdeutschen Vergleich. Gründe dafür sind vor allem die Kleinteiligkeit der Betriebe sowie die hohe Zahl an Zulieferern für die Automobilindustrie. Daher sind Firmen wie die Werkzeug- und Formenbauer häufig nur indirekt am Export beteiligt. Blickt man auf die Jahrtausend­wende zurück, haben die Unternehmen ihre Auslandsaktivitäten allerdings schon deutlich ausgebaut: Damals betrug der Auslandsanteil gerade einmal 27 Prozent.

 

Beschäftigung

Gemeinsam mit der Automobil- und Zulieferindustrie ist der Maschinenbau der größte Arbeitgeber des Freistaates. Dabei zeigte sich in den vergangenen Jahren eine hohe Dynamik im Beschäftigungsaufbau. Noch zur Jahrtausendwende betrug die Mitarbeiterzahl 11.200 – im Jahr 2019 kletterte sie über die 16.000er-Marke.

Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung rutschte sie allerdings bereits ein Jahr später wieder darunter. 2020 arbeiteten durchschnittlich knapp 15.820 Menschen in Betrieben mit mindestens 50 Mitarbeitern. Das bestätigt dennoch den hohen Stellenwert der Industrie – und deutet auch in der momentan schwierigen Zeit auf eine der größten Herausforderungen hin: die Sicherung des Fachkräftebedarfs.

 

Stärken der Unternehmen

 

Der Erfolg des Maschinenbaus basiert maßgeblich auf der hohen Wertschöpfung und Produktivität, Innovationsfähigkeit sowie Produkt- und Dienstleistungsqualität. In ihren Innovationen unterstützt werden die Unternehmen von einer stark naturwissenschaftlich geprägten Bildungs- und Forschungslandschaft.

Die Zukunftsfähigkeit wird davon abhängen, ob die Unternehmen ihre Produktivität weiter steigern, ihre Forschungsaktivitäten ausweiten und sich vor allem stärker ausländischen Absatzmärkten zuwenden.

 

Details der wirtschaftlichen Entwicklung des Thüringer Maschinenbaus 2020

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