VDMA Ost spricht mit Branchenexperten aus Politik

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Einmal im Jahr kommen die VDMA-Landesverbände und die Maschinenbau-Experten aus Bund und Ländern an einen Tisch. Mitte Mai 2018 diskutierten sie unter anderem über die Digitalisierung von Schulen und Berufsschulen.

Der VDMA Ost steht regelmäßig im Dialog mit der Politik. Jüngstes Beispiel ist das Treffen der Maschinenbaureferenten des Bundes und aller Bundesländer sowie der VDMA-Landesverbände.

Die jährliche Diskussionsrunde ermöglicht es, länderübergreifend branchenspezifische Themen zu erörtern. Der Verband informiert die Maschinenbau-Experten über aktuelle Technologie- und Marktentwicklungen und sensibilisiert für die Probleme der Branche. Im Gegenzug berichten die Ministeriumsvertreter über ihre jeweiligen Themen und Herausforderungen. Ein großer Gewinn für alle Teilnehmer ist zudem die Gelegenheit, sich über Landesgrenzen hinweg auszutauschen.


Von Handelspolitik bis Digitalisierung

Die Schwerpunkte des Meinungs- und Erfahrungsaustauschs am Mitte Mai 2018 bei der Hainbuch GmbH in Marbach/Baden-Württemberg orientierten sich an den derzeit wichtigen unternehmerischen Fragen. Die Teilnehmer sprachen vor allem über

  • die EU-Handelspolitik und deren Auswirkungen auf den Maschinenbau in den Regionen,
  • den Brexit und dessen Folgen,
  • die Umsetzung der steuerlichen Forschungsförderung, einer Kernforderung des VDMA zur Bundestagswahl 2017, sowie
  • über die Umsetzung der digitalen Agenda in den Bundessländern.


Ein Baustein der digitalen Agenda sind die vom Bund geförderten und von den Bundesländern aufgebauten "Kompetenzzentren Industrie 4.0". Die positive Resonanz aus den Ländern sensibilisierte den Bund für die Fortsetzung der Förderung.


Großer Nachholbedarf an Schulen

Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmer, was die Länder zur Digitalisierung von Schulen und Berufsschulen beitragen sollten. Digitalisierung geht für Schule mit drei Dimensionen einher: den Unterrichtsinhalten, der Lehrausstattung und der Lehre/Didaktik.

Jörg Friedrich, Leiter der VDMA-Abteilung Bildung, brachte die aktuelle Situation auf den Punkt: „Die Schule wird durch die Digitalisierung mehr und mehr von der gesellschaftlichen Entwicklung abgehängt.“ Ob WLAN- und Endgeräteausstattung, zweckmäßige Nutzung der Technik, individuelle Möglichkeiten des digitalen Lernens oder pädagogische Konzepte, Orientierungshilfen und Fortbildungen für Lehrer: Es besteht in vielfältiger Weise enormes Verbesserungspotenzial.

Ein Grund hierfür: Schule ist als Organisationsform unflexibel. So fehlen IT-Spezialkräfte. Nachteilig wirken sich auch das Kooperationsverbot von Bund und Ländern sowie die unterschiedlichen Zuständigkeiten (Land und Schulträger) aus.


Was Politik an Berufsschulen ändern muss

Deutlich näher an den betrieblichen Entwicklungen sind die Berufsschulen. Sie arbeiten traditionell enger mit Unternehmen zusammen als allgemeinbildende Schulen. Zudem wirken sich modernisierte Ausbildungsordnungen über die Rahmenlehrpläne direkt positiv auf die Berufsschulen aus. Ein Beispiel hierfür ist die (auch mithilfe des VDMA erreichten) Teilnovellierung der industriellen Metall- und Elektroberufe und des Mechatronikers zum 01.08.2018, welche an die Qualifikationsanforderungen von Industrie 4.0 angepasst und durch optionale Zusatzqualifikationen ergänzt wurden. Außerdem tragen Azubis neue Entwicklungen aus ihren Unternehmen in die Berufsschulen.

Und dennoch sind Unternehmen laut einer Studie des Instituts für Wirtschaft (2017) unzufrieden, vor allem mit der

  • Bereitschaft zur Lernortkooperation,
  • digitalen Kompetenz der Lehrkräfte,
  • Anzahl der verfügbaren Lehrkräfte,
  • technischen Ausstattung und
  • Vorbereitung der Auszubildenden


Der VDMA gab daher der Politik verschiedene Handlungsempfehlungen mit auf den Weg:

  • mehr Technikinhalte (nicht nur Informatik-) im Unterricht platzieren
  • neue pädagogische Konzepte entwickeln und Lehrpläne anpassen
  • digitale Lernstrategien zur individuellen Förderung entwickeln
  • Hard- und Software bereit- und IT-Support sicherstellen
  • Cloud-Lösungen für den Unterricht anbieten
  • Lehreraus- und Weiterbildung anpassen
  • Schulen flexibler organisieren


Die Verbandsvertreter appellierten insbesondere an die Verantwortung der Länder hinsichtlich der Ausstattung der Berufsschulstandorte.


Fortsetzung folgt – Ihr Kontakt zum VDMA Ost

Die Teilnehmer profitieren in ihrer täglichen Arbeit von der Veranstaltung und den länderübergreifenden Kontakten. Daher werden die Maschinenbau-Experten aus Bund und Ländern auch im kommenden Jahr die Chance nutzen, voneinander zu lernen und "über den Tellerrand zu schauen". Das Treffen 2019 findet voraussichtlich in Berlin statt.

Sie haben Fragen zur Interessenvertretung des VDMA Ost oder zum Maschinenbaureferenten-Treffen? Dann sprechen Sie uns bitte an:
Kontakt: Reinhard Pätz, Telefon 0341 521160-13, E-Mail