Vorstand spricht über wirtschaftliche Entwicklung, Politik und Start-ups

VDMA Ost

Ob Schwierigkeiten im Unternehmensalltag, die Zusammenarbeit mit der politischen Verwaltung oder die Potenziale von Start-ups im Maschinenbau: In der letzten Vorstandssitzung des Jahres 2018 standen wegweisende Themen auf der Tagesordnung.

Die Vorstandsmitglieder des VDMA Ost trafen sich Ende November zu ihrer letzten Sitzung des Jahres. In Magdeburg diskutierte das Gremium gemeinsam mit Experten über die Entwicklung der Konjunktur und die Potenziale von Start-ups für den Maschinenbau. Ebenfalls im Fokus standen

  • die diesjährigen Angebote des Landesverbandes,
  • die Neuausrichtung verschiedener Dienstleistungen und
  • die künftige Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsverwaltungen der ostdeutschen Bundesländer einschließlich Berlin.


Konjunktur: 2018 läuft gut – Auch 2019 Produktionswachstum

Zufrieden mit dem laufenden Jahr – ein eher vorsichtiger Blick nach vorn: So lässt sich der Vortrag des VDMA-Chefvolkswirts Dr. Ralph Wiechers zusammenfassen. Er äußerte sich zur aktuellen wirtschaftlichen Situation des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus und zu den Erwartungen für 2019.

Demnach treibt im laufenden Jahr die gute Weltkonjunktur die Nachfrage nach Maschinenbauprodukten. Vom Plus in 15 der 20 Top-Exportmärkte Deutschlands (Stand September 2018) profitieren fast alle Teilbranchen des Maschinenbaus. Zudem ist das Umsatzwachstum gut abgesichert durch volle Bestellbücher. Der VDMA geht deshalb davon aus, dass das prognostizierte Produktionswachstum von 5 Prozent auf den Rekordwert von 228 Milliarden Euro ehrgeizig, aber realisierbar ist.

Für das Jahr 2019 trüben sich Wiechers zufolge die Exporterwartungen und damit die Erfolgsaussichten ein. Er erwartet, dass sich das Tempo der Weltwirtschaft verlangsamen wird. Aber: Der Wachstumskurs werde sich grundsätzlich fortsetzen – wenn auch auf einem niedrigeren Niveau als bisher. Der VDMA sieht einer Produktionssteigerung von 2 Prozent entgegen. Weitere Details

 

Auch für die meisten ostdeutschen Vorstandsunternehmen wird 2018 ein gutes Jahr, das vielfach geprägt ist von vollen Auftragsbüchern, einer steigenden Auslastung und einem teils deutlichen Umsatzwachstum. Kritisch und sorgenvoll blicken die Unternehmen jedoch auf die sich ausweitenden schwierigen politischen Rahmenbedingungen.

Als weitere Hemmnisse für eine fortlaufende positive wirtschaftliche Entwicklung wurden unter anderem die Personalressourcen (Fachkräftelücke, Qualität der Fachkräfteausbildung, Bereitschaft zu Auslandseinsätzen, veränderte Anforderungen an einen attraktiven Arbeitgeber) sowie die Bankenfinanzierung von Wachstum und Auslandsgeschäften in Märkten wie Russland oder Iran thematisiert.

Der Blick in die Zukunft ist dennoch eher positiv. Ein Großteil der Vorstandsmitglieder schätzt auch 2019 die Geschäftschancen optimistisch ein.


Start-ups und Maschinenbau: Passt das zusammen?

"Die Zukunft der Industrie ist digital", betonte Dr. Klaus-Heiner Röhl, Senior Economist für Unternehmen am Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Hierbei können Start-ups eine entscheidende Rolle spielen. Denn Machine Learning, Augmented Reality, Drohnen oder Blockchain sind nur einige Themen, die für Maschinen- und Anlagenbauer immer wichtiger werden und von Start-ups umgesetzt werden. Start-ups bringen zudem oft nicht nur neue Technologien, sondern auch neue Arbeitsweisen ein. Deshalb werden sie zunehmend als wichtige Partner etablierter Unternehmen gesehen.

In Ostdeutschland beobachtet Röhl vor allem innovationsorientierte Unternehmensgründungen. So hat sich unter anderem in Sachsen und Berlin eine auch für den Maschinenbau interessante Gründerszene etabliert.

Derzeit dominieren zwei Formen der Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups: die projektbezogene Kooperation und Kunden-Lieferanten-Beziehungen. Vor allem Zukunftsthemen motivieren dazu, mit neu gegründeten Firmen zusammenzuarbeiten: Gemeinsam sollen neue Technologien erschlossen werden, die Digitalisierung gestaltet und Produkte oder Dienstleistungen entwickelt werden. Doch auch der Zugang zu neuen Märkten und zu talentierten Fachkräften spielt eine Rolle.

Der VDMA ist bereits seit Längerem in diesem Themenfeld aktiv. Nun hat er mit der "Startup-Machine" einen zentralen Anlaufpunkt für Mitglieder und Start-ups geschaffen. Anfang 2019 soll exklusiv für Mitgliedsunternehmen der VDMA-Startup-Radar folgen. Mit diesem können Sie weltweit Start-ups mit Maschinenbaurelevanz identifizieren und präzise kategorisieren.

Der VDMA Ost plant zudem für das Frühjahr 2019 – zunächst im Rahmen der Vorstandssitzung – eine Match-Making-Veranstaltung.


Leistungsportfolio des VDMA Ost

Darüber hinaus stellte Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost, die Leistungen des VDMA Ost im zurückliegenden Jahr vor. Hierzu gehörten unter anderem

  • ein intensiver Erfahrungsaustausch in Erfas, Arbeitskreisen und Fachveranstaltungen mit externen Partnern,
  • eine weitreichende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und
  • eine vielfältige Interessenvertretung gegenüber Politik und politischer Verwaltung, darunter Gespräche mit Ministern, Leitungsmitarbeitern der politischen Verwaltung und Abgeordneten.


Außerdem informierte er über Neuerungen im Dienstleistungsangebot wie die Aufnahme neuer Themen und Veranstaltungsformate oder den Relaunch von Internetauftritt und Newsletter. In der kommenden Sitzung will sich der Vorstand tiefgreifend mit dem Leistungsportfolio befassen.

Sie wollen mehr über die Leistungen des VDMA Ost wissen? Schauen Sie in die Broschüre "vernetzen. verbinden. gestalten." – diese finden Sie im Download-Bereich.


Austausch mit politischer Verwaltung

Für den Landesverband und seine Mitglieder ist die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der politischen Verwaltung von enormer Bedeutung. Daher informieren die Maschinenbau-Referenten der einzelnen Bundesländer in der Vorstandssitzung zum Jahresende über aktuelle Projekte und Vorhaben sowie mögliche Entscheidungszwänge der Verwaltung. Im Gegenzug erfahren die Verwaltungsvertreter aus erster Hand, wo der Industrie der Schuh drückt. Dieser Weg soll auch künftig fortgesetzt werden. Diskutiert werden soll zudem, ob separate Treffen von Verwaltung und Unternehmern der einzelnen Bundesländer/aus Berlin einen noch intensiveren Dialog begünstigen.


Verabschiedung aus dem Vorstand

Ingrid Weinhold, die seit 2003 Vorstandsmitglied des VDMA Ost war, ist nach dem Treffen aus dem Vorstand ausgeschieden. Die bisherige Inhaberin und Geschäftsführerin der MABA Spezialmaschinen GmbH aus Bitterfeld-Wolfen hat das Unternehmen verkauft.

Ebenfalls nicht mehr mitwirken wird Klaus Müller. Der bisherige Vorstandsvorsitzende hat seine Geschäftsführertätigkeit bei der Kranbau Köthen GmbH beendet.

Alle Vorstandsmitglieder auf einen Blick


Ihr Kontakt zum VDMA Ost

Sie haben Fragen zu den Vorstandsmitgliedern, den Aufgaben des Vorstands oder zu den diskutierten Themen? Dann sprechen Sie uns gern an:
Reinhard Pätz, Telefon 0341 521160-13, E-Mail

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