Mit Bundestagsabgeordnetem aktuelle Mittelstandsprobleme diskutiert

Matthias Rietschel

Dialog zwischen Wirtschaft und Politik: Spezialist für Verpackungsmaschinen und VDMA sprachen mit dem Bundestagsabgeordneten Andreas Lämmel über Freihandel und Exporthemmnisse.

Der VDMA unterstützt seine Mitglieder praxisnah in allen Fragen des Auslandsgeschäfts. Dazu gehört auch, die Politik kontinuierlich für Exporthemmnisse zu sensibilisieren. Ein Baustein sind Gespräche mit Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis, in dem Maschinen- und Anlagenbauer ansässig sind. Diese helfen dabei, wichtige Themen authentisch zu platzieren.

Jüngstes Beispiel dafür ist das Treffen des Bundestagsmitglieds Andreas Lämmel mit Markus Rustler, Geschäftsführer der Dresdner Theegarten-Pactec GmbH & Co. KG und dem VDMA Anfang Juli 2019. Ob Diskussionsrunde oder Rundgang durch die Produktionshallen: Der Freihandel und die vielschichtigen Stolpersteine rund um das Thema Export lagen dem Verpackungsmaschinenhersteller besonders am Herzen. Naheliegend, verkauft Theegarten-Pactec doch mehr als 90 Prozent der Maschinen an ausländische Kunden.


Entsendung von Mitarbeitern besonders bürokratisch

Die Teilnehmer sprachen vor allem über

  • die Exportfinanzierung in schwierigen Märkten wie dem Iran,
  • die Exportfinanzierung von kleineren Auftragswerten unter 5 Millionen Euro,
  • Ausfuhrverfahren beim Zoll,
  • die Entsendungen von Mitarbeitern innerhalb Europas sowie
  • die Qualifizierung ausländischer Mitarbeiter und Kunden in Deutschland.

 

Diese Punkte verdeutlichten nachdrücklich die Herausforderungen des Mittelstands im Auslandsgeschäft. Vor allem der zunehmende bürokratische Aufwand behindert die Exportbestrebungen. Zu den zentralen Forderungen von Wirtschaft und Verband gehörte daher, die Bürokratie zügig abzubauen statt regelmäßig neue Hürden zu errichten.

Eines der Bürokratiemonster, das enorme finanzielle und personelle Ressourcen frisst, ist die Entsenderichtlinie. Insbesondere die Entsendung nach Frankreich, Italien und Spanien bereite dem Theegarten-Pactec-Geschäftsführer Probleme. Lämmel, seit 2005 Mitglied im Bundestag und Obmann im Ausschuss für Wirtschaft und Energie, kennt das Problem – und hat es bereits im Europäischen Parlament platziert.

Kritisch äußerte sich Rustler auch zur den langwierigen Visa-Vergaben für ausländische Mitarbeiter, die in Deutschland geschult werden sollen. Hier machte Lämmel Hoffnung. Er will sich nach der Sommerpause für eine vereinfachte Visavergabe einsetzen – benötigt jedoch konkreten Input für eine mögliche Anpassung der aktuellen Verordnung.


Hilfreiche Maßnahmen

Ein Dauerthema ist zudem die unbefriedigende Exportfinanzierung über Hermes. Rustlers Urteil: zu kompliziert und zu teuer. Ein großes Problem stelle vor allem der hohe Risikoaufschlag für ausgewählte Länder dar. Darauf reagierte Lämmel zurückhaltend. So sei der Selbstbehalt bereits für verschiedene Märkte halbiert worden, die Wirkung müsse zunächst abgewartet werden. Ungeachtet dessen wolle er das Thema im Herbst mit dem Finanzministerium angehen.

Aus Unternehmersicht hilfreich wären ebenso schnellere Exportgenehmigungen sowie mehr Doppelbesteuerungs- und Wirtschaftspartnerabkommen. Zu diesen Punkten wollen VDMA und Lämmel im Gespräch bleiben.


Entwicklungshilfe für Afrika

Wirtschaftlich Fuß gefasst hat Theegarten-Pactec mittlerweile in Afrika. Für Lämmel ein interessanter Aspekt. Wie der VDMA sieht auch er großes Potenzial auf dem Kontinent – daher müsse mehr Entwicklungshilfe in Wirtschaftsmaßnahmen investiert werden. Wie dies gemeinsam vorangebracht werden kann, könnte Inhalt eines weiteren Treffens sein.


Ihr Kontakt zum VDMA

Sie haben Fragen zu den Abgeordnetengesprächen des VDMA? Oder möchten Sie sich ebenfalls mit dem Bundestagsabgeordneten aus Ihrem Wahlkreis austauschen? Dann sprechen Sie uns bitte an:
Reinhard Pätz, Geschäftsführer VDMA Ost: Telefon 0341 521160-13, E-Mail

 

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