30 Jahre VDMA Ost: „Wir haben immer ein offenes Ohr für unsere Mitglieder!“

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Verlässliche Informationen, individuelle Beratung, zahlreiche Formate für den praxisnahen Austausch und ein intensiver Dialog mit der Politik. Im Interview äußert sich VDMA Ost-Geschäftsführer Oliver Köhn über die Pluspunkte einer Mitgliedschaft, das kontroverse Thema Interessenvertretung und seinen ganz persönlichen Wunsch für die kommenden Jahre.

30 Jahre Verbandsarbeit für ostdeutsche Maschinenbauer: "Wir haben immer ein offenes Ohr für unsere Mitglieder!"

Oliver Köhn, Geschäftsführer des VDMA Ost, im Interview

 

Herr Köhn, Informationen lassen sich heute jederzeit und an jedem Ort online recherchieren. Braucht man überhaupt noch Verbände?

Unbedingt. Die Unternehmen erhalten von einem Verband wie dem VDMA aktuelle und verlässliche Informationen. Handlungsempfehlungen sind immer auf das konkrete Problem eines Betriebes abgestimmt. Ein weiterer Pluspunkt ist das riesige Netzwerk, welches die Mitglieder nutzen können.

 

Was tut der VDMA Ost genau für seine Mitglieder?

Das A und O: Wir haben immer ein offenes Ohr für unsere Mitglieder. So können wir die Unternehmen gezielt in ihren häufig komplexen Herausforderungen unterstützen, egal, ob sie Fragen zu Zollvorschriften oder Normen haben, etwas über die neuen Anforderungen an Ausbilder wissen wollen oder sich mit Zukunftsthemen wie dem maschinellen Lernen befassen. Umgekehrt wissen wir durch die Nähe zu unseren Mitgliedern, wo der Schuh drückt. Das ist wichtig im Dialog mit der Landespolitik. Und wir bieten den Betrieben viele Möglichkeiten des Austauschs.

 

Wo liegt der Vorteil?

Stellen Sie sich vor, Sie wollen die Abläufe in der Produktion verbessern und haben auch einen Lösungsansatz. Sie sind aber nicht sicher, ob sich dies so wie auf dem Papier umsetzen lässt. Was hilft Ihnen jetzt am besten? Das Internet zu durchforsten? Nein. Einen externen Berater hinzuzuziehen? Vielleicht. Oder das Vorhaben mit Fachleuten aus der gleichen Branche zu diskutieren? Das mit Sicherheit, denn der persönliche Erfahrungsaustausch ist durch nichts zu ersetzen! Unsere Veranstaltungen sind die ideale Plattform, um sich zu vernetzen, Ideen für das eigene Arbeitsumfeld zu erhalten und von den Erfahrungen der anderen Teilnehmer zu lernen.

 

Stichwort Landespolitik: Lobbyismus wird auch sehr kritisch gesehen. Wie stehen Sie dazu?

Uns geht es darum, der Politik und Öffentlichkeit den Stellenwert der Industrie für Ostdeutschland klar zu machen und die besonderen Probleme des Maschinenbaus zu zeigen. Mit sachlichen und vor allem praxisnahen Argumenten verdeutlichen wir den Ministerpräsidenten, Landesministerien und der Verwaltung, wie sich geplante Gesetze oder politische Entscheidungen auf die Wirtschaft auswirken. Oftmals setzt die Politik sogar proaktiv auf unseren Expertenrat – wir sind also keinesfalls geheime Strippenzieher. Wir legen aber auch im Interesse unserer Mitglieder die Finger in die Wunde, zum Beispiel, wenn es um die Technikbildung an Schulen, die Verkehrs- und Digitalinfrastruktur im ländlichen Raum, die Suche nach geeigneten Auszubildenden oder auch die Sanktionspolitik geht. Das kommt nicht nur den Maschinenbauern, sondern allen Menschen in der Region zugute.

 

Was bleibt von 30 Jahren VDMA Ost – und wie geht es weiter?

Das 30-jährige Jubiläum wäre ein toller Anlass gewesen, um gemeinsam mit den Mitgliedern die wirtschaftliche Entwicklung der Branche zu feiern, auf eine spannende Zeit mit Hochs und Tiefs zurückzublicken, aber auch darüber zu diskutieren, wie der Maschinenbau die Folgen des Braunkohleausstiegs und den Wandel zur E-Mobilität bewältigen kann. Leider hat uns das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch auch so ist unser Versprechen an unsere Mitglieder, weiterhin unsere Stärken auszureizen. Das heißt, umfangreiches Wissen für alle Mitarbeiter aller Unternehmensbereiche bereitzustellen, Gesetzesdschungel durchschaubar zu machen, beim Weg auf die Auslandsmärkte zu unterstützen, die vielen nicht-alltäglichen Fragen zu beantworten … Und dabei auch als Verband mit der Zeit zu gehen, so wie zu Beginn der Coronavirus-Pandemie. Da haben wir unsere Veranstaltungs- und Beratungsformate digitalisiert, um die Mitglieder trotz Reisebeschränkungen schnell unterstützen zu können.

 

Wenn Sie sich zum Jubiläum etwas wünschen dürften…

… wäre es, dass sich unsere Mitglieder auch künftig so offen und engagiert in den Erfahrungsaustausch einbringen wie bisher. Die Teilnehmer unserer Veranstaltungen nehmen enorm viele Anregungen in den Betriebsalltag mit – diesen Vorteil sollten sich künftig noch viel mehr Unternehmen zunutze machen! Eine Verbandsmitgliedschaft ist in Ostdeutschland historisch bedingt nicht so selbstverständlich wie in anderen Landstrichen. Diese gewinnbringende Verbandskultur hierzulande weiter auszubauen, ist daher ein Ziel für die kommenden Jahre.

 

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